V.A. - There Is A Light That Never Goes Out
Suizid ist ein ernstes Thema. Sicherlich eins, an das sich wenige heranwagen und tun sie es doch, dann scheitern sie an der Tatsache, dass schließlich keine Medium in der Lage ist, die Gefühle und Zwänge unvermittelt zu übertragen. Einen sehr intuitiven Weg hat das Label Dancing In The Dark gewählt. Nichts dringt so direkt in die Gefühlswelt von Menschen ein wie Musik. Sechs mehr oder wneiger bekannte Indie-Bands haben sich der Sache angenommen und eigens für die vorliegende Compilation zum Teil sehr eigenwillige Versionen zum Thema eingespielt. Da wären zum einem Tomte, welche mit “Behind The Wall Of Sleep” eine wunderbare Coverversion des Smithereens-Songs abliefern. Thees Uhlmanns gebrochen klingende Stimme passt sogar viel besser zum Text als es im Original der Fall war. Ein tottrauriger Song, der einen lange Zeit begleitet. Auch Team Dresch seien mir nicht böse, wenn ich behaupte, dass “Don’t Try Suicide” von Muff Potter um längen mehr Kraft und Leidenschaft an den Tag legt. Là Par Force und The European Translation Of sind ebenfalls mit gelungenen Interpretationen vertreten, einzig die Indie-Überflieger The Robocop Kraus mögen nicht überzeugen: Nein, es liegt nicht einmal an der Auswahl ihres Songs (“Girl You Know It’s True” von Milli Vanilli). Sicherlich haben sie es sich ganz und gar nicht leicht gemacht, dennoch klingt ihre Version sehr holprig – auch wenn der Song in seiner Umsetzung einigen Absurditätsbonus einheimst. Zu guter Letzt rundet Rio Reisers (bzw. Ton Steine Scherben) “Warum geht es mir so dreckig?” in einer dreckig-guten Interpretation von Tagtraum die Benefiz-Compilation ab. Ein Gesamturteil fällt schwer, da sich herausragende Songs, nette Interpretationen und ein (sorry) Totalausfall die Waage halten. Die kompletten Einnahmen gehen übrigens an den Regensburger Krisendienst Horizont, was in den angespannten Zeiten auch für Indie-Labels bemerkenswert ist. Wir freuen uns auf Fortsetzungen und Nachahmer!
(Dancing In The Dark / Millipede / ALIVE)


