Taking Back Sunday : Where You Want To Be
Ohne Umschweife: Taking Back Sunday sind eine DER Emo-Bands schelchthin. Mit allen positiven und negativen Attributen, die sich so anhäufen, wenn man aus seiner Leidenschaft Profit zieht. All die enttäuschten Erwartungen und Ausverkaufsvorwürfe kann man nur mit einer Sache abschütteln: Losrocken, was das zeug hält! Und wenn zum ersten Mal “I’m sorry it took me so long…” (“Set Phasers To Stun”) aus den Lautsprechern knallt, ist eigentlich alles klar. Taking Back Sunday schaffen es schlichtweg. Einen Spagat zwischen brachialem Gefühlrausschreien und spielerischer Melodie. Nach dem vielbeachteten Vorgänger “Tell All Your Friends” werden sie es dennoch schwer haben. Aber man sollte sich doch bitte zurückversetzen in den Zustand, bevor Taking Back Sunday an die Oberfläche kamen. Das aktuelle Album ist kein Rückenschwimmer, sondern bewegt sich über weite Strecken in rasantem Freistil voran. Es bietet eigentlich keine oder kaum Angriffsfläche für platte Marketing-Attitüden: Es steht einfach so da. Ganz für sich alleine. Verse chorus verse, laut – leise, alles mit Bravour ausgeführt und trotzdem wirken Sound und die vermittelten Emotionen überaus authentisch. Wo die großartigen Jimmy Eat World sich endgültig der “Sweetness” in jedem Song hingegeben haben, schaffen Taking Back Sunday den rauen Gegenpart dazu, räumen aber dennoch Kritikerlob und fanatische Verehrung ab. Hier geht’s lang, Emo!
(Victory)


