Endearment : We Are The Factory
Es ist schon schwierig dem geneigten Rockfanatiker in kurzen Abständen immer wieder ein neues Kapitel des Mythos unterzujubeln. Seit Jahrzehnten dreht sich der Musikzirkus im Kreis, befruchtet sich selbst und wirft auf diese Weise belanglose Retortenbabys aus. Was ist also zu tun, um diesem Dilemma zu entgehen? Das Zauberwort heißt Reduktion – sowohl musikalisch als auch im Selbstverständnis. Endearment glauben gar nicht, dass sie etwas neu erfinden können oder müssen. Spielen ihren Rock einfach so herunter ohne dabei lieblos zu wirken. Natürlich könnte man jetzt noch die beliebte Emo-Schublade öffnen, aber was soll das? Klagend treibenden Gesang gab es schon vorher und mit Punk oder Hardcore hat das nichts zu tun. Sich weiterentwickeln bedeutet aus der Vergangenheit lernen. Und viel mehr als innovative Akkordreihen und Überkreuz-Experimente verleiht doch die Persönlichkeit der Musiker dem Rock seine Faszination. Dass da jemand steht und sein Herz hergibt, für jeden der sich darauf einlassen will. Da machen kleine Makel eher den Charme einer Platte aus. Perfektion ist langweilig. “We Are The Factory” bietet von all dem genannten eine ganze Menge. Zehn Pop/Rock-Songs, die locker eure Party schmeißen und den nötigen Tiefgang nicht vermissen lassen.
(Endearing Rec.. / Meerwert Platten)


