Action Action : An Army Of Shapes Between Wars
Versucht man die Band mit dem “vielsagenden” Namen Action Action musikalisch zu verorten, kommen einem zunächst Begriffe wie Electro, New Wave oder gar Brit-Pop in den Sinn. Die Beschreibung der amerikanischen Fachpresse als “dark, moody, melodic voyage into a world of buzzing ‘80s electronica and chainsaw-guitars” trifft den eigenwilligen Stil von Action Action wohl am ehesten.
In jedem Fall dürfte das zweite Album der Band “An Army Of Shapes Between Wars” durchaus polarisierend auf das hörende Publikum wirken. Bereits der erste Titel “Smoke And Mirrors” kriecht einem sofort ins Ohr, etwas gewöhnungsbedürftig kommen dabei die grell hervorstechenden Synthies daher, mit denen man sich jedoch unverzüglich anfreunden muss.
Die musikalische Palette der vier Jungs aus Long Island, New York reicht von wunderschönen Melodien wie beispielsweise in “The Game”, das einen geradezu unüberhörbar an Oasis erinnert, jedoch bedauerlicherweise nicht ganz repräsentativ für die Platte ist, über sehr tanzbare Stücke à la Hard-Fi wie “Analogue Logic” oder “A Tornado; An Owl” bis hin zu anheimelnd-knuddeligen Titeln wie “What Temperature Does Air Freeze?” oder dem hinreißend melancholischen “Attached To The Fifth Story”. Dass sich dabei leider auch einige weniger starke Titel eingeschlichen haben, die mit dem Rest der Platte nicht mithalten können, muss dennoch erwähnt werden. Trotzdem stellen die zum Teil minutenlang recht belanglos dahinplänkelnden Stücke eher die Ausnahme auf einem ansonsten äußerst sympathischen und abwechslungsreichen Album dar, das man ruhig auch ein zweites Mal anhören kann.
Unterhaltsam sind zudem, dies sei dem Hörer noch auf den Weg gegeben, die geradezu skurril anmutenden Songtitel (“Oh, My Dear It’s Just Chemical Frustration” oder “120 Ways To Kill You: An Illustrated Children’s Book”). Wem die Platte jedoch weniger zusagt, der sollte sich dagegen lieber auf die Website der Band begeben und dort ein im Space-Invaders-Stil gehaltenes Arcade-Game zocken, das einen dann endgültig in die guten alten Achtziger Jahre versetzt.
(Victory / Soulfood)


