The Spells vs. Rocket Uppercut : Split 7"

The Spells, eine vierköpfige Band aus Manchester um „Eye-Candy“ Ilona Burton, sind nicht um falsche Bescheidenheit bemüht. So rühmt sich die Band auch auf der Website ob ihrer sexy Bandmitglieder: “Having selected band members on the basis of how sexy they are (...) ”. Im Ganzen soll ihr Sound jedenfalls “like The Subways, but better!” sein.
Bescheidener, dafür desto umtriebiger geben sich da Rocket Uppercut aus dem beschaulichen Regensburg, die u.a. bereits mit Philip Boa oder Tokyo Sex Destruction zahlreiche Gigs hatten. Noch auf der Suche nach einem Label mit – soviel sei nebenbei gesagt – gleich zwei attraktiven Damen am Start, hat die Band ebenfalls zwei Singles beigesteuert, die sich wirklich sehen lassen können. Beim ersten Titel fällt mir sogleich die wunderbare, donnernde Stimme der Frontfrau auf. Da möchte man doch gerne mehr von hören.
Man sollte sich auch gar nicht erst die Mühe machen, das Ganze in irgendwelche unnötigen Indie-Noise-Rock-Schubladen zu stecken. Einfach wirken lassen. Gefallen oder Nichtgefallen wird sich alsbald einstellen. Beim zweiten Titel beschleicht einen dann allerdings das merkwürdige Gefühl, entweder eine Mischung aus Bad Religions “Punk-Rock-Song” oder gar “Pushed again” von den Toten Hosen aufgelegt zu haben. Oder sollte ich mich da etwa irren? Nein, Verwechslung ausgeschlossen. Trotzdem, Puls auf 200 – daraus kann noch was werden. Rocket Uppercut ist unbedingt viel Erfolg bei der Label-Suche zu wünschen, da hat man Lust auf mehr.
Und nun The Spells. Hätte ich nicht schon andere Titel von dieser wirklich netten Band gehört, dann wäre ich wohl nach diesen zwei Singles doch etwas enttäuscht gewesen. Leider wurden für die kleine 7” etwas ruhigere (dröge?) Titel ausgewählt, die mit dem Tempo von Rocket Uppercut nicht so ganz mithalten können. Auch die an sich sehr eingängliche Stimme der Sängerin kommt bisweilen etwas schwach und schief daher. Der zweite Titel “Spells” reißt es in punkto Dynamik dann zwar doch noch ein wenig heraus, trotzdem komme ich zu dem Urteil 1:0 für Deutschland. Ausnahmsweise wenigstens mal.
Dennoch empfehle ich, sich nach weiteren Titeln von The Spells umzutun, da die Band einige weitaus stärkere, zum Teil ordentlich rockende Tracks in ihrem Repertoire hat. Soviel sei noch gesagt zur Ehrenrettung. Aber besser als The Subways? Na ja das sollte jeder für sich selbst entscheiden.
(Leaving Home Records)


